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Prävention und Betriebliches Eingliederungsmanagement

Prävention bedeutet, dass Arbeitgeber rechtzeitig tätig sind, um Arbeitsplätze im Betrieb oder in der Dienststelle zu sichern.

Prävention bei schwerbehinderten und gleichgestellten behinderten Menschen

(§ 167 Abs. 1 Sozialgesetzbuch - Neuntes Buch)

Der Arbeitgeber schaltet bei Eintreten von personen-, verhaltens- oder betriebsbedingten Schwierigkeiten im Arbeits- oder sonstigen Beschäftigungsverhältnis, die zur Gefährdung dieses Verhältnisses führen können, möglichst frühzeitig die Schwerbehindertenvertretung und die in § 176 Sozialgesetzbuch - Neuntes Buch genannten Vertretungen sowie das Integrationsamt ein. Mit ihnen werden alle Möglichkeiten und alle zur Verfügung stehenden Hilfen zur Beratung und mögliche finanzielle Leistungen erörtert, mit denen die Schwierigkeiten beseitigt werden können und das Arbeits- oder sonstige Beschäftigungsverhältnis möglichst dauerhaft fortgesetzt werden kann.

Betriebliches Eingliederungsmanagement

(§ 167 Abs. 2 Sozialgesetzbuch - Neuntes Buch)

Sind Beschäftigte in einem Jahr länger als 6 Wochen ohne Unterbrechung oder wiederholt krank, müssen Arbeitgeber ihnen ein Betriebliches Eingliederungsmanagement anbieten.
Wenn diese damit einverstanden sind, werden je nach Bedarf zusammen mit inner- und gegebenenfalls außerbetrieblichen Partnern Betriebliche Eingliederungsmaßnahmen durchgeführt.

Die zuständige Interessenvertretung, bei schwerbehinderten Menschen außerdem die Schwerbehindertenvertretung, können die Klärung verlangen. Sie wachen darüber, dass der Arbeitgeber die vom Gesetz vorgeschriebenen Verpflichtungen erfüllt. Das nennt sich Überwachungspflicht.

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement richtet sich an alle Beschäftigten und soll die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der gesamten Belegschaft fördern. Zur Unterstützung bei Fragen hinsichtlich schwerbehinderter Mitarbeiter können Arbeitgeber das Integrationsamt, den Integrationsfachdienst Bremen beziehungsweise den Integrationsfachdienst Bremerhaven und gegebenenfalls Rehabilitationsträger hinzuziehen.

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement ist dazu da,

  • Lösungen zu finden, damit Beschäftigte nicht länger arbeitsunfähig sind,
  • Lösungen zu finden, damit Beschäftigte nicht wieder arbeitsunfähig werden,
  • das Beschäftigungsverhältnis zu erhalten.

Das Eingliederungsmanagement soll helfen, dass Menschen gesund und arbeitsfähig bleiben können. Dabei sollen Strukturen und Möglichkeiten, die es im Betrieb bereits gibt, genutzt werden.

Es gibt nur wenige feste Regelungen, die für alle Betriebe und Verwaltungen gelten. Die spezielle Vorgehensweise beim Betrieblichen Eingliederungsmanagement kann für jeden einzelnen Betrieb unterschiedlich sein.